November 17, 2021

Eine sehr geräuschvolle Nacht. Was das mit röhrende Hirsche, Biber und Stierblut zu tun hat, erfährst du im Beitrag.

Dieser Beitrag ist Teil meines Reisetagebuchs, das ich im Verlauf meiner Camper Tour durch den Balkan erstellt habe.

Eine Übersicht aller meiner Stationen findest Du hier: https://mentalio.de/uebersicht-meiner-reise/

Das richtige Näschen.

Die Fahrt von Österreich nach Ungarn dauerte wie erwartet ca. 4,5h. Am Grenzübergang wieder keine Kontrollen, nur auf der Gegenseite war es wieder voll.

Das Wetter ist super sonnig bei ca. 28 Grad; herrlich. Wir sind in Mosonmagyarovar 14:30 Uhr angekommen, hatten vorher schon nach Supermärkten gegoogelt und unseren geliebten Tesco gefunden.

Also erstmal die Versorgungskisten auffüllen (Bier, ungarische Würstchen, Käse, Schnaps, Brot, Nudeln, Paprika, Tomaten). 

Während der Fahrt habe ich nochmal mögliche Stellplätze recherchiert und einen an einen am Donauarm gefunden. Diesen gleich reserviert und nun geht's zum Platz Cvika Camping.

Natur pur

Was soll ich sagen, für tolle Plätze habe ich einen guten Riecher. Herrlich, direkt am Fluss, mitten in der Natur und der Platz leer, wir waren bis dahin die einzigen Camper. 

Der Besitzer, super freundlich, spricht gutes Deutsch. Wir dürfen aussuchen, wo wir stehen wollen, natürlich direkt am Wasser.

Strom ran und Sitzgelegenheiten raus. Während Sven aufbaut, unterhalte ich mich mit einem jungen StandUpPaddler - Pärchen aus Monsonmagyarova, sie besitzen dort ein Thermal Hotel, können gut Deutsch und so erfahre ich, dass wir gerade am besten Platz sind.

Was den Platz so ganz besonders macht und warum er ewig in unserer Erinnerung bleibt, lese weiter.

Aber erstmal traditionell ein Willkommens-Bier vor dem Camper und Natur genießen. Der Blick ist einfach nur herrlich.

Plötzlich entdecken wir einen Biber, der in unserer Nähe durch den Fluss an das andere Ufer schwamm. Sowas hatte ich in freier Wildbahn auch noch nicht gesehen…; also Natur und Entspannung pur.

Ganz alleine sind wir nicht geblieben, es kam noch eine Gruppe mit 4 Outdoor-Fahrzeugen aus Lichtenstein, sie stellten sich aber auf den hinteren Bereich des Platzes, in der Nähe des kleinen hübschen Teiches.

Gegen 18:00 Uhr wollten wir im Restaurant essen gehen, vorab hatten wir schon mal in die Karte geschaut, denn wir schwankten zwischen selbst kochen oder essen gehen. Die Karte war sehr interessant und der Lustfaktor zum kochen ziemlich niedrig.

Tja, so saßen wir also 18:03 Uhr oben im Restaurant und der Besitzer sagte folgenden Satz: „Restaurant nur bis 18:00 Uhr auf.“ Schock.

Aber er war eben auch sehr gastfreundlich und er bot an, er könnte uns noch was machen, je nach dem was wir wollen.

Zum Schluss gab es für uns beide Zigeunersteak (das durfte man dort noch so sagen und so stand es auch in der Karte…😉) mit Pommes. Hört sich nicht so spannend an, war aber super lecker.

Ein Erlebnis, welches uns die komplette Nacht begleitete

Nach dem guten Essen saßen wir noch etwas vor unserem Camper und genossen einfach nur diesen tollen Blick aufs Wasser, plötzlich hörten wir ein platschen im Fluß.

Es war schon dämmerig und man sah kaum was. Das platschen hörte sich an, als wenn ein Mensch ins Wasser gefallen oder gesprungen ist.

Wir schauten in die Richtung des Geräusches und trauten unseren Augen kaum.

Ein ausgewachsener Hirsch schwamm von der einen Seite des Flusses auf die andere Seite. Man erkannte nur die Umrisse des Kopfes und des riesigen Geweihs, aber so deutlich, dass wir uns sicher waren.

Naja und kurze Zeit später kam auch der Beweis. Der Hirsch fing an zu röhren. Mitten in der stillen Nacht, ein toller Natur-Sound und ein super Gefühl, zuhören zu dürfen. Es ging wirklich die ganze Nacht, er hatte Ausdauer.

Zwischen dem Röhren hörte man noch die Rufe der Nachtvögel. Ein absolut schönes und beeindruckendes Naturerlebnis, was ich in der Form selten erlebt habe und was die nur wenigen Stunden Schlaf mehr als aufgewogen hat.

Vor der Puszta noch zu Agnes nach Eger

Nach der sehr geräuschvollen Nacht ging der Morgen gemütlich gegen 8:30 Uhr los, mit aufstehen und Kaffee ansetzen. Super herrlicher Blick auf den Fluss und herrlich frische Luft lassen uns alles nochmal genießen. 

Tief einatmen und ausatmen, das entspannt zusätzlich und speichert diese tollen Eindrücke in deinem Gehirn dauerhaft ab.

Heute geht es nach Eger, die Tour soll 3h dauern und führt an Budapest vorbei. Dort kommt heute der Papst zu einem kurzen 7-stündigen Besuch und reist dann weiter in die Slowakei.

Die Fahrt war wie gewohnt kurzweilig und ging reibungslos. Auch an Budapest vorbei gab es keine nennenswerte Störung, kein Straßen-Chaos wegen dem Papst-Besuch. 

11:30 Uhr haben wir auf einem Parkplatz angehalten und gefrühstückt. Wir haben ja alles dabei, im Camper.

Ankunft in Eger auf dem Stadtcampingplatz Tulipan-Kemping gegen 14:00 Uhr. Die Rezeption ist immer von 8:00 bis 12:00 Uhr besetzt, also anrufen. Der Empfangsmensch kommt in 20 min, wir sollen uns schon mal ein Platzt aussuchen und beziehen.

Es gab schattige und sonnige Plätze. Wir wählten wie immer den mit etwas Schatten und nicht so weit von den Sanitäranlagen. Mit Agnes hatten wir uns für 15:30 Uhr verabredet, also noch Zeit für ein kühles Willkommensgetränk. 

Agnes habe ich 2020 in Malta kennen gelernt, wir beide haben dort die Sprachschule ESE für Englisch besucht.

Der Campingplatz liegt ungefähr 20 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt und dicht beim Valley of the Beautiful Women. Dieses Tal sind in Felsen gebaute Weinlokale mit wunderschönem Ambiente und reichlicher Auswahl.

Eger ist berühmt für seine Weine und daher auch für Weinliebhaber ein Muss.

Eger ist vielfältig, neben den tollen Weinen, gibt es Thermalbäder, super Natur und ein interessantes Zentrum. Dieses wollen wir uns mit Agnes anschauen. 

Sie ist hier geboren und aufgewachsen, besser geht es nicht. Pünktlich 15:30 Uhr ist sie da und los geht es.

Mit Agnes in Eger unterwegs

Als erstes gehen wir vorbei an der großen Kathedrale, der zweitgrößten Kirche in Ungarn. Die wird gerade renoviert und ist deswegen umgeben von einem Bauzaun.

Unser erster Stopp ist die Karl-Eszterhazy-Hochschule mit dem Astronomiemuseum und der „Laterna magica“. Weiter geht's am Rathaus vorbei zum Dobo-Istvan-Platz und der Minoritenkirche. 

Auf dem Platz ist gerade ein kleines Folklorefestival mit traditionellen Tanzgruppen aus verschiedenen slawischen Ländern. Wir schauen eine Weile zu und besichtigen dann die Kirche.

Weiter durch die kleinen Gässchen von Eger zum Marzipanmuseum. Absolut beeindruckende Kunstwerke von Lajos Kopcsik, gefertigt nur aus Schokolade, Marzipan oder anderen Dingen aus Zucker, mit denen es der Meister auch ins Guiness-Buch der Rekorde schaffte. 

Dann geht's weiter zur Burg Eger. Der Aufstieg ist etwas anstrengend also kurze Pause auf einer Bank mit tollem Blick über die Stadt. Beim ausruhen erfahren wir etwas zur Geschichte der Burg.

Dann weiter zu dem Minarett. Es ist ein Überbleibsel aus der Zeit der türkischen Belagerung im 17. Jh., es ist das nördlichste osmanische Bauwerk und steht ganz allein da.

Wir sind nun schon einige Zeit unterwegs und deshalb ist der nächste Stopp in einem Restaurant. Nun endlich den legendären Wein von Eger kosten. 

Wir wählten St. Andrea (😉) Rotwein. Den sehr bekannten Stierblut Rotwein wollten wir später kosten, vielleicht am nächsten Tag in den Weinkellern im Tal der schönen Frauen.

Als Ostdeutscher kennt man Stierblut und verbindet damit vielleicht auch den ein oder anderen legendären Kopfschmerz am Morgen danach. 

In dem Restaurant sitzen wir bis ca. 19:00 Uhr, ein leckeres Abendessen gab es natürlich zum Wein auch und dann verabschiedeten wir uns von Agnes. 

Es war ein super toller interessanter Tag in der sehr schönen Stadt Eger.

Wieder am Campingplatz angekommen überlegen wir, ob wir noch ein Tag länger bleiben und die Weinkeller am nächsten Tag besuchen oder doch endlich in die Puszta fahren.

Agnes erzählte uns, dass Debrecen auch sehr schön sein soll. Hierbleiben und Wein testen oder wir verzichten auf den Kopfschmerz danach und fahren gleich am nächsten Tag weiter nach Debrecen und dann Puszta?

Wir haben hin und her überlegt, im Internet recherchiert wegen Debrecen und Stellplätzen vor Ort. Nach dem ganzen überlegen und recherchieren entschieden wir, direkt weiter zu fahren in die Puszta.

Und wie du vielleicht schon herauslesen konntest, bevorzugen wir auch eher Bier statt Wein…😉.

Ob die Puszta wirklich so plattes Land ist und ob der nächste Stopp besser ist, als in Eger und was wir alles erleben, lese weiter im Bericht https://mentalio.de/4-auf-in-die-puszta/

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Die Etappen: 

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