September 30, 2022

Unsere erste Wanderung in den Highlands steht bevor. Wir freuen uns schon sehr auf den atemberaubenden Ausblick. Die Umgebung um den Craig Varr ist bekannt aus der Serie Outlander. Werden wir die Steinkreise sehen, durch die Clair in verschiedene Zeiten gewandert ist? Lese weiter und du erfährst es.

Dieser Beitrag ist Teil meines Reisetagebuchs, dass ich im Verlauf meiner Auto-Tour durch Schottland erstellt habe.

Eine Übersicht aller meiner Stationen findest Du hier: https://mentalio.de/uebersicht-meiner-reise/

Bier gibt's erst ab 10 Uhr

Das traditionelle schottische Frühstück besteht meistens aus gebratener Wurst, Black Pudding oder Haggis, Rührei, Pilzen, gebratene Tomate, gebratener Schinken und Toast.

Das wird Sven zu 95% auch die nächsten Tage essen. Ich nicht. Daher hatte ich heute Egg Benedikt mit etwas Dunkeld Salmon. 

Nach dem super Frühstück erstmal zum Coop in Dunkeld, ein paar Vorräte für die Reise besorgen, man weiß ja nie in den entlegenen Gebieten, ob es einen Laden gibt.

Wir hatten auch etwas Bier im Korb, Problem: es war erst 9:40 Uhr und Alkohol darf in Schottland nur von 10:00 bis 20:00 Uhr in Supermärkten verkauft werden.

Bevor wir jedoch am nächsten Ziel-Ort oder unterwegs erstmal einen Supermarkt suchen müssen, haben wir entschieden, die 20 Minuten hier in Dunkeld mit einem Morgenspaziergang zu verbringen.

Ein toller Morgenspaziergang

Dadurch entdeckten wir die Dunkeld Cathedral und einen tollen öffentlichen Garten. Der Zugang des Gartens war am Marktplatz und wir entdeckten es nur, weil eine kleine Reisegruppe rein ging.

Nach einem wunderschönen Spaziergang ging es wieder zum Coop, das Bier holen und nun ging es endlich weiter. Der notgedrungene Aufenthalt hatte sich allerdings sehr gelohnt.

Wandern zum Craig Varr

Das heutige Ziel ist Braemar, ca. 160 km. Auf der Strecke wollen wir eine Wanderung unternehmen, in Kinloch Rannoch startet der Wanderweg auf den Craig Varr.

In Kinloch Rannoch haben wir an der Kirche einen guten Parkplatz gefunden und den Startpunkt der Wanderung auch problemlos entdeckt. Schnell noch Wanderschuhe an und auf geht's.

Der Weg ist gut zu laufen, leichte Anstrengung bei dem ersten steileren Stück und dann der Ausblick.

Laut Internet wurden hier viel Szenen der Outlander-Serie gedreht. Unter anderem auch die Szene, in der Claire durch den Steinkreis in eine andere Zeit gebeamt wird. Den Steinkreis gibt es hier aber nicht, dass war nur im Film. 

Bis zum Gipfel sind wir nicht ganz gelaufen, einige 100 Meter vorher haben wir auf einem Stein sitzend den Ausblick genossen und eine kleine Essenspause mit Knacker eingelegt. 

Der Weg runter ging über einen kleinen Wasserfall und viel Farn steht hier. Runter ging es ähnlich angenehm leicht, wie hoch.

Unten angekommen zum Auto und ein kleiner Stopp noch am Kinnloch Beach. Weiter geht's nun nach Braemar.

Pitlochy soll schön sein

Von Kinnloch Rannoch geht es am Loch Tummel vorbei, immer der wunderschönen Snow Road entlang.

Viele belgische Porsche sieht man hier die Kurven langfahren und viele Schafe auf den Hügeln rechts und links an der Straße oder auch mal direkt auf der Straße wandern. 

Zwischenstopp ist Pitlochy, eine schöne Kleinstadt jedoch sehr touristisch. Wir sind einmal die Straße hoch und wieder runter gelaufen, eine Seitenstraße zur Cathedral noch mitgenommen und zum Schluss die Toilette am Busbahnhof besucht und weiter geht's. 

Ankunft in Braemar bei Ivy

In Braemar sind wir gegen 16:30 Uhr angekommen. 2x mussten wir im Kreis fahren, bis wir das Cottage gefunden haben. Es liegt direkt neben der Kirche.

Die Inhaberin vom Ivy Cottage ist super nett. Wir haben das Zimmer Nr. 1 im Erdgeschoss. Die anderen zwei Zimmer sind eine Etage höher.

Für uns perfekt, so können wir problemlos die Terrasse nutzen für Bier, Zigarre und chillen.

Aber erstmal wieder das Notwendigste aus dem Auto im Zimmer abstellen und zum empfohlen Restaurant „Farquharson‘s bar and kitchen“ gehen und einen Tisch bestellen.

So einfach ist es nicht, fast alle Tisch sind reserviert. Die überaus nette Mitarbeiterin hat uns die bequeme Couch angeboten aber der Tisch ist sehr niedrig. Dann hatte sie eine tolle Idee.

Der kleine runde Tisch im Fenster ist erst ab 20:00 Uhr reserviert. Bingo! Für 18:00 bestellt und zurück zum Cottage. Raus auf die Terrasse, Bierchen und Zigarre und froh das der Tisch schon 18:00 bestellt ist, denn wir merken, wie kaputt wir sind.

Wieder Haggis

Dann war es schon soweit und wir sind wieder die 5 Minuten zum Restaurant gelaufen. Der Tisch wie versprochen auf Sven reserviert. Wieder alle total freundlich.

Wir ordern für Sven eine Vorsuppe, irgendwas fermentiertes und Tortellini und ich wieder Haggis mit Kartoffelpüree und Rübenmus. Es soll eigentlich eine Vorspeise sein, war aber ausreichend als Hauptspeise.

Sven fand seine Suppe seltsam, bissel käsig. Wir haben getauscht und mir hat die Suppe geschmeckt. Hauptspeise war für mich ein Highlander Burger mit viel Pommes und für Sven Hähnchen und Schinken gerollt mit Kartoffelpüree.

Als Dessert noch ein smoked Whisky. Der Bauch ist voll und auf zum Cottage. Nochmal auf die Terrasse mit Bier und Zigarre.

Fast hätte uns die Inhaberin ausgeschlossen, da wir ohne Licht draußen saßen. Alles gut gegangen und so konnten wir die super bequemen Betten genießen.

Da wir erst am zweiten Tag die Fenster verstanden haben, war es ein wenig warm im Zimmer, obwohl wir gleich bei Ankunft alle Heizkörper abgedreht haben. 

Auf den Morrone-Berg und den Highland Games

Nach einem sehr leckeren Frühstück gegen 7:30 Uhr sind wir früh um 9:00 gestartet. Heute geht's auf den Hausberg Morrone und laut Komoot sind es ca. 12 km mit steilen Strecken.

Das Wetter ist herrlich ca. 16 Grad und blauer Himmel. Wir haben Proviant in Form einer Chorizo Wurst und 3 Liter Powerwasser dabei. Sogar an Wechsel-Klamotten haben wir mal gedacht.

Der Weg startet im Ort, Nähe der Highland-Festspiele steht noch mal eine Info-Wand. Auf der sind mehrere Wanderung aufgezeichnet. Wir nehmen die längste zum Hill Morrone.

Erst geht es etwas durchs Dorf, dann biegen wir in den Birkenwald ab mit schönen Fliegenpilzen, Birken und Heide. Nun geht auch die Steigung langsam los. Es ist gut zu laufen, da der Weg auf Grund der Steine manchmal wie Treppenstufen gebaut ist.

Laut Höhenmeter geht's aber noch eine Weile aufwärts. Bei 859 h/m soll der Gipfel sein. Der Weg ist irgendwie auch ein kleines Flussbett und immer wieder gibt's ein kleines Rinnsal zu überwinden.

Wir haben zwar bis jetzt mit dem Wetter großes Glück aber nachts kommt immer mal eine Regen-Husche. 

Ich fühle mich gut

Der Weg ist teilweise wirklich steil und ich muss ab und an zum Luft holen anhalten, aber mein Puls nach der Sauerstoff-Kur ist absolut im grünen Bereich.

Der Blick nach hinten ist gigantisch, man kann sehr weit schauen und geht der Blick wieder nach nach vorne, dann geht's weiter nach oben.

Die letzten Meter gehen über viel Geröll und der Wind wird sehr stark. Oben auf dem Gipfel sind wir nach 1 Stunde und 52 Minuten angekommen.

Auf der höchsten Stelle sind Sendemasten und ein kleines Steinhäuschen, was wohl mal eine Radiostation war. In der Nische des Hauses ist es windstill und wir können uns trockene Sachen anziehen. Der Aufstieg war etwas schweißtreibend. 

Der Weg nach unten ist ausgebaut und es wird ein angenehmer Spaziergang, obwohl, wenn es permanent runter geht, schmerzen irgendwann die Knie.

Wir sollten immer Wanderstöcke mitnehmen, dann wäre es schmerzfreier.

Der Blick geht herrlich über die Highlands, die Dopamin-Produktion ist gestartet. Nach einiger Zeit laufen wurde der Wind weniger und auf zwei Steinen am Wegesrand machten wir Pause.

Bei Bier und Zigarre genossen wir den Blick auf die Berge und die Schafe und wir versuchten rauszukriegen, welches Tier diese seltsamen Geräusche macht.

Erst später, als wir unten waren, sahen wir ein Schild. Es waren Moorhühner. 

Der Weg blieb relativ gut befestigt, in Kurven war es manchmal etwas grob, da scheinbar das runter fließende Wasser vom Berg in den Kurven mehr Speed bekommt.

Unten angekommen geht's nun noch ca. 3 km einen alten Militär-Weg entlang des Flusses, am Golfplatz vorbei und nach 5h sind wir zurück in Braemar.

Die kleine Kirche und die Highland Festspiele

Bevor wir zum Cottage laufen, besuchen wir die kleine Kirche neben unserem Cottage und gehen dann noch zum Platz, wo jedes Jahr am ersten September-Wochenende die großen Highland Spiele stattfinden.

Bis zum letzten Jahr wurden sie auch von der Queen besucht. Dieses Jahr war Prinz Charles als Vertretung da und nun ist er ja auch schon König. Tolle Wanderung, toller Tag.

Zurück auf dem Zimmer, raus auf die Terrasse Bier und Zigarre und dann zurück ins Zimmer zum ausruhen. Sven hat ein wenig geschlafen und ich etwas am PC gewerkelt.

18:00 Uhr dann zum Restaurant von gestern, wir hatten den selben Tisch und es war wieder herrlich. 20:00 Uhr zurück, Terrasse, Bett, schlafen. 

Lese die nächste Etappe und erfahre ob wir Nessi gesichtet haben:
Auf den Spuren der Queen, Nessi und der Culloden Schlacht

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